Utzenstorf wählt

  10.10.2023 Aktuell, Politik, Gesellschaft

Am 22. Oktober 2023 – zeitgleich mit den Nationalrats- und Ständeratswahlen – bestimmen die Wählerinnen und Wähler von Utzenstorf die personelle Zusammensetzung des siebenköpfigen Gemeinderats für die Legislaturperiode 2024–2027. Insgesamt buhlen fünf Parteien mit einer eigenen Liste um die Gunst der Stimmberechtigten: FDP, SVP, SP, Die Mitte und GLP. Die EVP ist mit Matthias Niklaus auf der Liste der GLP vertreten.
FDP und SVP sind eine Listenverbindung eingegangen – ebenso wie Die Mitte und GLP. Die momentane parteipolitische Zusammensetzung des Gemeinderats inklusive Ratspräsidium sieht wie folgt aus: SVP 3 Sitze, SP 2 Sitze, Die Mitte und GLP je 1 Sitz. Insgesamt 21 Personen – zwei mehr als bei den Wahlen vor vier Jahren – bewerben sich auf den fünf Listen um die sieben Mandate. Das Interesse an der kommunalen Politik ist in der Gemeinde also nach wie vor gross.
Von den amtierenden Exekutivmitgliedern stellen sich die folgenden sechs zur Wiederwahl: Beat Singer (SVP), Adrian Rothenbühler (SVP), Marc Streit (parteilos, Liste SVP), Annekäthi Schwab (SP), Christine Christen (SP) und René Fischer (Die Mitte). Einzig Astrid Strahm (GLP) verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Das Gremium wird also mit mindestens einem neuen Gesicht ergänzt. Beat Singer wird das Amt als Gemeinderatspräsident mit allergröss­ter Wahrscheinlichkeit für vier weitere Jahre ausüben. Da keine weiteren Wahlvorschläge eingereicht wurden, ist er in stiller Wahl als Präsident bestätigt – unter der Voraussetzung, dass ihn die Stimmberechtigten am 22. Oktober 2023 in den Gemeinderat wählen.
Im Gespräch mit der Zeitung «D’REGION» geben die Vertreter/innen von FDP, SVP, SP, Die Mitte und GLP Auskunft über ihre Wahlziele und die Brennpunkte in der Gemeinde, auf die sie ein spezielles Augenmerk richten wollen.

Markus Hofer
 

Adrian Läng, Präsident FDP Utzenstorf:

«D’REGION»: Welche Ziele hat sich die FDP für die Gemeinderatswahlen gesetzt?
Adrian Läng: Unser Ziel ist es, bei den Gemeindewahlen 2023 den frei werdenden Sitz im Gemeinderat für die FDP zu gewinnen und unsere Mitwirkung in den Kommissionen zu stärken.

«D’REGION»: Welchem kommunalen Themenbereich will Ihre Partei in der kommenden Legislaturperiode besondere Aufmerksamkeit widmen?
Adrian Läng: Es kommen zwei besondere Herausforderungen auf unser Dorf zu: 1. Es besteht Bedarf nach einem zusätzlichen Schulhaus, das bis 2031 realisiert werden soll. Wir unterstützen das Projekt im Grundsatz, legen aber Wert auf Augenmass. Da neben der Schule eine Mehrfachnutzung der Anlagen durch die Gemeinde, Kirchgemeinde und durch Vereine besteht, ist ein gewisses Konfliktpotenzial nicht auszuschliessen. Eine weitsichtige Planung, die allen Ansprüchen Rechnung trägt, ist wichtiger denn je.
2. Das Areal der im Jahr 2017 stillgelegten Papierfabrik ist wie eine offene Wunde im Herzen vieler, da dort teils über Generationen hinweg gearbeitet wurde. Diese Arbeitsplätze fehlen auch in den umliegen­den Gemein­den. Die Frage ist: Wie weiter? Verkehrsfrei wird kein Betrieb sein, so wie es die Papierfabrik auch nie war. Es gilt, den Nutzen für die ganze Region einzubringen und zu berücksichtigen.

«D’REGION»: Weshalb sollten sich die Utzenstorfer/innen für die FDP-­Liste entscheiden?
Adrian Läng: Die FDP Utzenstorf ist seit 1936 eine der drei traditionsreichen Ortsparteien. Unser Beitrag bestand und besteht darin, neuen Ideen und Varianten Raum zu verschaffen. Kritisch, aber ohne Vorurteile – freisinnig. Wir unterstützen ökonomisch wie ökologisch positive Anreize anstelle von Verboten. Wir legen dabei Wert auf einen sorgfältigen Umgang mit unseren Steuergeldern.
Wir danken dafür, dass unser engagiertes und kompetentes Team weiterhin auf die Stimmen der Wähler/innen in Utzenstorf zählen darf.

 

Roger Pfister, Ortsvertreter GLP Utzenstorf:

«D’REGION»: Welche Ziele hat sich die GLP für die Gemeinderatswahlen gesetzt?
Roger Pfister: Ziel ist der Erhalt unseres Sitzes im Gemeinderat. Da unsere bisherige Gemeinderätin nicht mehr antritt und sich die FDP, im Gegensatz zu den letzten Wahlen, für eine Listenverbindung mit der SVP entschieden hat, ist die Herausforderung gross. Wir sind überzeugt, dass in den Gemeinderat von Utzenstorf zwei Vertreter der politischen Mitte gehören. Daher empfehlen wir allen Wählerinnen und Wählern, welche die politische Mitte stärken wollen, dieses Jahr die Liste GLP oder Die Mitte einzulegen.

«D’REGION»: Welchem kommunalen Themenbereich will Ihre Partei in der kommenden Legislaturperiode besondere Aufmerksamkeit widmen?
Roger Pfister: In Utzenstorf steht eine Veränderung an, die vielen nicht bewusst ist. Der Kanton Bern plant auf dem Areal «Emmepark» ein sogenanntes «Vorranggebiet für Logistiknutzung». Das bedeutet, dass in Zukunft auf dem gesamten Areal Logistikbetriebe angesiedelt werden sollen.
Die GLP stellt sich nicht gegen das Baugesuch von Digitec Galaxus, wehrt sich aber vehement gegen das Vorhaben des Kantons, das gesamte Areal als «Vorranggebiet für Logis­tiknutzung» in den kantonalen Richtplan aufzunehmen. Jede weitere Ansiedlung eines Logistikunternehmens wäre nämlich nur möglich mit einer neuen Verkehrserschliessung, bei der zusammenhängende Kulturlandschaften und Naherholungsgebiete rund um die Gemeinde von einer Umfahrungsstrasse zerschnitten und damit unwiederbringlich zerstört würden. Aus unserer Sicht gehören Logistikbetriebe an bestehende Verkehrsachsen. Weitere Strassen durch und um unser Dorf kommen nicht infrage.

«D’REGION»: Weshalb sollten sich die Utzenstorfer/innen für die GLP-Liste entscheiden?
Roger Pfister: Wir sind der Meinung: In Utzenstorf ist es einzigartig schön. Wir setzen uns ein, damit dies so bleibt!

 

Michelle Singer, Präsidentin SVP Utzenstorf:

«D’REGION»: Welche Ziele hat sich die SVP für die Gemeinderatswahlen gesetzt?
Michelle Singer: Die SVP Utzenstorf geht mit dem Ziel in die Wahlen, ihre drei Sitze im Gemeinderat zu halten. Mit Beat Singer stellen wir wiederum das Gemeinderatspräsidium. Dieser wurde bereits in stiller Wahl gewählt und muss nun einzig noch am 22. Oktober in den Gemeinderat gewählt werden. Dies ist die Voraussetzung, dass er das Präsidium erneut antreten kann. Die SVP Utzenstorf will auch in der folgenden Legislatur die wählerstärkste Partei bleiben und Utzenstorf mit einer vernünftigen und bürgernahen Politik vertreten.

«D’REGION»: Welchem kommunalen Themenbereich will Ihre Partei in der kommenden Legislaturperiode besondere Aufmerksamkeit widmen?
Michelle Singer: In Utzenstorf sind zwei grössere Projekte im Gang, die wir unterstützen und finalisieren beziehungsweise teilweise finalisieren wollen:
1. Schulraum31: Beim Neu- und Ausbau der Schulanlage in Utzenstorf werden wir uns für eine finanzierbare und praktische Lösung für alle einsetzen. Wir unterstützen das Generationenprojekt.
2. Papierfabrikareal («Emmepark»-Areal):

Wir von der SVP unterstützen weiterhin die vom Gemeinderat beschlossene erste Phase (Digitec Galaxus, Post). Wir unterstützen das Vorhaben der daran beteiligten Schweizer Firmen und möchten mithelfen, eine zufriedenstellende Situation (Arbeitsplätze, Verkehr usw.) für die Bevölkerung zu schaffen. Das ehemalige «Papieriareal» soll auch in Zukunft wirtschaftlich genutzt werden können.
Zudem werden wir uns einsetzen, dass der vom Kanton vorgesehene Logistikstand­ort (Emmepark) nicht realisiert wird.

«D’REGION»: Weshalb sollten sich die Utzenstorfer/innen für die SVP-Liste entscheiden?
Michelle Singer: Wer eine bürgernahe, Portemonnaie verträgliche und sachliche Politik wünscht, wählt in Utzenstorf die Liste 2 der SVP.
Die SVP setzt sich für gute Rahmenbedingungen für das Gewerbe ein und unterstützt die hiesige Landwirtschaft. Die bisherigen Gemeinderäte kennen das Dorf seit ihrer Geburt und das Dorf kennt sie. Sie spüren den Puls der Bevölkerung und engagieren sich auch neben der Politik für ein aktives Dorfleben.
Die SVP-Gemeinderäte sind lösungs­orientiert und haben für alle ein offenes Ohr. Die SVP freut sich, «üses Dorf Utzis­torf» auch in Zukunft im Gemeinderat zu vertreten.

 

Martin Rohrbach, Präsident SP Utzenstorf Wiler Zielebach:

«D’REGION»: Welche Ziele hat sich die SP für die Gemeinderatswahlen gesetzt?
Martin Rohrbach: Mit einem guten Mix aus erfahrenen, fähigen, kompetenten und motivierten Kandidatinnen und Kandidaten wollen wir für möglichst viele wählbar sein und das Maximum herausholen.

«D’REGION»: Welchem kommunalen Themenbereich will Ihre Partei in der kommenden Legislaturperiode besondere Aufmerksamkeit widmen?
Martin Rohrbach: Wir betrachten das Schulraumprojekt als eine der vorrangigen Aufgaben für Utzenstorf. Bildung ist von herausragender Bedeutung, da Kinder unsere Zukunft repräsentieren. Gleichzeitig sichert eine langfris­tige Stärkung der Schule die Attraktivität unseres Dorfes für die kommenden Generationen. Unser Ziel ist es, jungen Familien eine vielversprechende Perspektive zu bieten. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist uns nach wie vor ein wichtiges Anliegen.

«D’REGION»: Weshalb sollten sich die Utzenstorfer/innen für die SP-Liste entscheiden?
Martin Rohrbach: Das Wohnen und Leben in Utzenstorf soll für alle Menschen in jedem Alter lebenswert, bereichernd, genussvoll und erholsam sein. Ein rücksichtsvolles Zusammenleben mit Menschen in schwierigen Situationen zeichnet unsere Gemeinde aus; tragen wir Sorge dazu. Die vielen guten Angebote für Jung und Alt sollen erhalten bleiben und dürfen ausgebaut werden. Die Freiwilligen- und Vereinsarbeit ist dabei tragend und verdient die Unterstützung der Gemeinde. Der Erholungsraum in der Natur muss gepflegt und geschützt werden. Damit wir mobil sind, ist ein gutes ÖV-Angebot wichtig. Nachhaltige, umweltfreundliche und energieeffiziente Projekte sind für unsere Zukunft entscheidend. Dafür setzen wir uns ein.
Die SP, Liste 3, bietet eine breite Palette mit Gründen, warum sich die Utzenstorfer/innen für uns entscheiden sollten.

 

Remo Zuberbühler, Präsident Die Mitte Untere Emme

«D’REGION»: Welche Ziele hat sich Die Mitte für die Gemeinderatswahlen gesetzt?
Remo Zuberbühler: Das Ziel für die Gemeinderatswahlen 2023 in Utzenstorf ist für Die Mitte Untere Emme ganz klar: Wir wollen den Sitz unseres Gemeinderates René Fischer, Ressort Finanzen, halten. Wir gehen davon aus, dass uns dies auch gelingen wird, da seine Arbeit im Gemeinderat für sich spricht.

«D’REGION»: Welchem kommunalen Themenbereich will Ihre Partei in der kommenden Legislaturperiode besondere Aufmerksamkeit widmen?
Remo Zuberbühler: Eines der wichtigsten Projekte in der kommenden Legislatur ist der «Schulraum31». Die Mitte Untere Emme wird sich klar für eine zeitgemässe und funktionelle Infrastruktur einsetzen, damit der Schulstandort auch in Zukunft attraktiv bleibt.
Ebenfalls wichtig ist uns ein nachhaltiges Utzenstorf. Der Ausbau von Ladestationen für E-Autos soll gestärkt werden. Trotz gutem Photovoltaik-Ausbau bei den öffentlichen Gebäuden in Utzens­torf gibt es auch hier noch Potenzial für Verbesserungen, damit die Gemeinde als Vorbild vorangehen kann.
Ausserdem trägt das vielfältige Angebot an Vereinen wesentlich zu einem aktiven und lebendigen Miteinander in unserer Gemeinde bei. Die Mitte Untere Emme freut sich, dass mit den neuen Grundlagen im Vereinsunterstützungsreglement 2023 sowie Benützungsreglement 2023 die Rahmenbedingungen für die Vereine attraktiv bleiben.

«D’REGION»: Weshalb sollten sich die Utzenstorfer/innen für die Liste Die Mitte entscheiden?
Remo Zuberbühler: Wir setzen uns für eine pragmatische und konsensorientierte Politik ein, für «weniger ich und mehr wir». Dies erreichen wir, wenn Sie, liebe Wählerinnen und Wähler, am 22. Oktober 2023 für die Gemeinderatswahlen in Utzenstorf die Liste 4, Die Mitte Untere Emme, unverändert in die Wahlurne einwerfen. Herzlichen Dank!

 


Image Title

1/10


Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote