Projekt B.move – Verwaltungsraumplanung
13.06.2023 Aktuell, Politik, Foto, BurgdorfMit dem Projekt «B.move» verfolgt der Gemeinderat das Ziel, in einer modernen Verwaltung die Effizienz zu steigern und mehr Kundennähe zu ermöglichen. Das bedeutet, dass die Stadt Burgdorf die gesamte Stadtverwaltung an einem Ort zusammenführen möchte. Das Projekt «B.move – Verwaltungsraumplanung» reagiert auf veränderte räumliche Anforderungen der Verwaltung und anstehende Sanierungsarbeiten bestehender Gebäude. Auch die Werkbetriebe und die Feuerwehr sollen einbezogen werden.
Ende 2019 beauftragte der Stadtrat den Gemeinderat mit der Ausarbeitung der Projektierungsgrundlagen. Da es dabei unter anderem um die städtebauliche Entwicklung geht, übernahm die Baudirektion die Leitung der Projektgruppe. Aus allen Fraktionen begleitete ein Stadtratsmitglied die Phase 1.
Bericht der Planungsgruppe
Im Bericht der Planungsgruppe steht, dass von unabhängigen Beauftragten vier Szenarien ausgearbeitet und von anderen unabhängigen Beauftragten zur Qualitätssicherung validiert und geprüft wurden. Rudolf Holzer, Leiter Baudirektion, erläuterte diese Standorte:
Szenario 1 umfasst die aktuelle Situation, den Status Quo. Die Verwaltung würde an fünf verschiedenen Standorten weitergeführt. An öffentliche Gebäude werden hohe bauliche Anforderungen gestellt. Man müsste behindertengerecht und erdbebensicher umbauen, was teure Sanierungsarbeiten erfordert.
Szenario 2 betrifft das Suttergut, ein Areal, das nicht der Stadt gehört. Der Umzug in einen Neubau wäre unkompliziert, doch die Feuerwehr und der Werkhof müssten an ihren jetzigen Standorten zusätzlich saniert werden.
Bei Szenario 3 würde das Feuerwehrgebäude an der Heimiswilstrasse saniert und ein Neubau für die Verwaltung erstellt. Eine Integration der Werkbetriebe wäre hier nicht möglich.
Szenario 4 am Standort Lyssachstrasse hat bei allen Kriterien am besten abgeschlossen. Der Gemeinderat priorisiere diesen Standort, weil er das grösste Potenzial aufweise, erklärte Stadtpräsident Stefan Berger. Mit einem Ersatzneubau für die Verwaltung könnten die Werkbetriebe und die Feuerwehr am selben Standort positioniert werden und sogar die Unterbringung eines Busdepots wäre möglich. Gleichzeitig würde über den Verwaltungsräumen Wohnraum entstehen. Bei allen Szenarien, ausser dem Status Quo, sollen die leer gewordenen Verwaltungsräumlichkeiten anders genutzt werden, beispielsweise als Wohnraum.
Haltung des Gemeinderates
Der Gemeinderat gibt dem Szenario 4 an der Lyssachstrasse den Vorzug, denn hier wären eine Effizienzsteigerung der Verwaltung, eine Kostenreduktion im Betriebsunterhalt, das Erreichen von Teilzielen der KlimaVision 30, bezahlbarer Wohnraum, eine Attraktivitätssteigerung als Arbeitgeber und die Integration der Werkbetriebe und Feuerwehr möglich.
Am Montag, 19. Juni 2023, entscheidet der Stadtrat. Anschliessend werden die notwendigen Grundlagen und Dokumente erarbeitet und ein Planungskredit beantragt, damit später ein Bauprojekt erarbeitet werden kann.
Burgdorf plant heute, was die nächsten drei bis vier Generationen beeinflussen wird.
Helen Käser