Informationsveranstaltung über Abstimmungsvorlagen in der Gemeinde Kirchberg

  14.02.2023 Aktuell, Politik, Kirchberg, Foto, Gesellschaft, Bildung / Schule

Schulraumplanung Kirchberg und Gemeindeverband Kirchberg
An einer öffentlichen Veranstaltung stellte der Gemeinderat vergangene Woche das Projekt Schulraumplanung Campus 25+ der Gemeinde Kirchberg und des Gemeindeverbands (GV) Kirchberg vor. An der Gemeindeversammlung vom Dezember 2020 wurde der Weiterverfolgung dieses Projekts mit dem GV Kirchberg zugestimmt und ein Planungskredit gesprochen. Von den 1,55 Millionen Franken Planungskosten ging ein Anteil von 50 Prozent – 775 000 Franken – zulasten der Gemeinde, die andern 50 Prozent zulasten des GV. Dass dieser Planungskredit nicht reicht, hat Gründe. Über die Nachkredite von 1,38 Millionen Franken (Kirchberg) und 1,97 Millionen Franken (GV) wird am 12. März 2023 an der Urne in Kirchberg beziehungsweise am 8. März 2023 an der ausserordentlichen Abgeordnetenversammlung abgestimmt.
Gemeinderatspräsident Andreas Wyss (FDP) begrüsste interessierte Bürger/innen im Saalbau. Er erläuterte die Besitzverhältnisse der Schulgebäude und die Verantwortlichkeiten. Kirchberg ist zuständig für die Kindergärten, die Primarschule bis zur sechsten Klasse, die Tagesschule und die Schulsozialarbeit, der GV – dazu gehören Rüdtligen-Alchenflüh, Aefligen, Lyssach, Ersigen, Kirchberg, Kernenried und Rüti bei Lyssach – für die Oberstufe, die Koordination Spezialunterricht und die Führung besonderer Klassen aller Verbandsgemeinden. Lyssach und Ersigen führen ihre Oberstufen Real selbstständig.
Die erwartete Wohnbautätigkeit in Kirch­berg und den Verbandsgemeinden führe zu steigenden Einwohnerzahlen und somit auch zu steigenden Schüler/innenzahlen, erklärte Yvonne Hartmann (SP), Gemeinderätin Ressort Bildung. Neben der Zunahme von Schulklassen fordern neue Vorgaben von Bund und Kanton Anpassungen an den Lehrplan 21 sowie aktuelle Unterrichtsmethoden weitere zusätzliche Infrastrukturen. Mehrkosten entstehen, weil sich seit Beginn der Planungsphase die Rahmenbedingungen verändert haben. Der Projektperimeter wurde erweitert. Die Heilpädagogische Schule Burgdorf möchte in Kirchberg Schulraum mieten und zusätzlich soll die Tagesschule ins Gesamtprojekt integriert werden.

Vorteile für die gesamte Kirchberger Bevölkerung
Petra Elsaesser (FDP), Gemeinderätin Ressort Liegenschaften, erklärte, dass die Planungsgruppe in drei Phasen arbeitete. Während der ersten, von 2017 bis 2020, ermittelte sie die zu erwartenden Schüler/innenzahlen mit dem entsprechenden Platzbedarf. In der zweiten Phase erarbeitete die Kerngruppe die Grundlagen und koordinierte diese mit dem Projekt Zentrumsentwicklung. In der dritten Phase wurde 2022 ein Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben. Das Projekt «Mosaik» vom Büro B Architekten AG und Landschaftsarchitekten AG aus Bern ging als Sieger hervor. Es setze die Bedürfnisse der Kinder und der Schule ins Zentrum, erfülle die Rahmenbedingungen langfris­tig, verlange keine teuren Provisorien und sei flexibel. Durch den Einbezug des ganzen Perimeters kann auf 10 bis 15 Jahre eine optimale Etappierung erfolgen. Die Dorfbevölkerung profitiere zudem von einer besseren Parkplatzsituation, einer öffentlichen Bibliothek, einem Foyer für Anlässe und einem offen gestalteten und beschatteten Aussenbereich.

Aufteilung Planungskosten
Die Berechnung der verschiedenen Teilprojekte bestimmte die Aufteilung der Planungskosten. Der GV übernimmt 56 Prozent, die Gemeinde Kirch­berg 44 Prozent. Somit entscheidet die Bevölkerung von Kirchberg an der Urne über einen Nachkredit von 1 381 000 Franken für die Planung des Projekts Campus 25+.
Andreas Wyss ist es ein Anliegen, Unklarheiten zu beseitigen und offen mit der Bevölkerung zu kommunizieren. Ein Ja zum Planungskredit bedeute nicht, dass die verschiedenen Bauprojekte alle ausgeführt würden. Das Volk kann immer wieder Einfluss nehmen, denn über jedes Projekt wird einzeln abgestimmt. Aktuell gehe es lediglich um eine langfristige Planung, damit ein flexibles Handeln möglich sei. Wird der Nachkredit nicht bewilligt, so kann die Planung nicht fortgeführt werden und verhindert somit langfristige Lösungen.
Neben den Gemeinderatsmitgliedern standen unter anderem Theo Gurtner, Bürgi Schärer Architekten AG, als Bauherrenvertreter, und Michael Schmid, Büro B Architekten AG, bereit für Diskussionen. Die Anwesenden stellten jedoch keine Fragen.

Sanierung Eystrasse
Weitere Informationen galten dem Thema Eystrasse-Sanierung. Bei einer Bestandesaufnahme im Jahr 2009 wurden bereits erhebliche Risse und Fahrrinnen im Strassenbelag festgestellt, erklärte Bernhard Lippuner (Die Mitte), Gemeinderat Ressort Bau. Die zum Teil über 100-jährigen Wasserleitungen bedeuten ein Risiko für die Umwelt. Auch andere Werke wie Abwasser, Gas, Elektro und Telekommunikation werden saniert und eine Fernwärmeleitung neu verlegt. Zudem stehen Anpassungen und teilweise Verschiebungen der Bushaltestellen an. Diese müssen hindernisfrei und tauglich für die Anfahrt von Gelenkbussen sein. Die voraussichtliche Bauzeit beträgt 18 Monate, die Kosten belaufen sich auf 3 800 000 Franken. Während dieser umfassenden Sanierungsarbeiten wird die Strasse stets eingeschränkt befahrbar sein. Die Anwohner/innen erhalten Informationen über Behinderungen, die ihre Zufahrten betreffen. Die Website der Gemeinde informiert über die aktuelle Planung und die Auswirkungen auf den Verkehr. Der Gemeinderat empfiehlt den Stimmbürgern/-innen, den Verpflichtungskredit an der Urne anzunehmen.

Helen Käser

www.kirchberg-be.ch


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