Rüegsau wählt

  15.11.2022 Aktuell, Politik, Foto, Gesellschaft

Am 27. November 2022 finden in Rüegsau die Gemeindeurnenwahlen für die Legislaturperiode 2023 bis 2026 statt. Die gegenwärtige Sitzverteilung in der Exekutive sieht wie folgt aus: Die SVP verfügt inklusive Präsidium über vier Sitze, die Partei «Die Mitte» über zwei Sitze und die EDU über einen Sitz.
Fest steht, dass Gemeindepräsident Andreas Hängärtner (SVP) für weitere vier Jahre an der Spitze der Exekutive bleibt. Er ist der einzige Kandidierende für das Präsidium und wurde deshalb vom Gemeinderat bereits in stiller Wahl im Amt bestätigt.
Die weiteren sechs Mitglieder des Gemeinderats werden im Proporzwahlverfahren gewählt. Von den bisherigen Gemeinderäten stellen sich Beat Reinhard, Christoph Mosimann (beide SVP) und Vizegemeindepräsident Christof Steiner («Die Mitte») zur Wahl. Daniel Fankhauser (SVP), Niklaus Burkhalter («Die Mitte») und Sonja Steinmann (EDU) verzichten auf eine erneute Kandidatur.
Während vor vier Jahren lediglich die SVP, die BDP (heute «Die Mitte») und die EDU um die Gunst der Wählerinnen und Wähler buhlten, treten in diesem Jahr auch die FDP, die EVP und die SP zu den Gemeinderatswahlen an. Um die sechs Gemeinderatssitze bewerben sich insgesamt zehn Kandidatinnen und dreizehn Kandidaten. Das Interesse an der Lokalpolitik ist in der Gemeinde Rüegsau also gross.

Die Ziele der SVP
Die SVP setzt sich zum Ziel, ihre vier Mandate in der Exekutive zu verteidigen. «Es freut uns sehr, dass Andreas Hängärtner in der Legislaturperiode 2023 bis 2026 weiterhin als Gemeindepräsident amtet», betont Fritz Rüfenacht, Präsident der SVP Rüegsau. «Seine stille Wahl beweist, dass er das Vertrauen aller Parteien geniesst. Dies spricht für seine Qualitäten als Gemeindepräsident.»
Auch für die Gemeinderatswahlen befindet sich die SVP, die vor vier Jahren einen Wähleranteil von rund 40 Prozent auf sich vereinte, in einer komfortablen Ausgangslage. «Als Ortspartei sind wir in der Gemeinde fest verankert. Unsere Sektion ist äusserst aktiv – dies schlägt sich in steigenden Mitgliederzahlen nieder», hält Fritz Rüfenacht fest. Die SVP-­Liste setzt sich aus zwei Frauen und vier Männern zusammen, welche die verschiedenen Ortsteile der Gemeinde repräsentieren. «Unsere Liste bietet eine echte Auswahl. Unterschiedliche Generationen und Berufsgruppen sind vertreten. Unsere Kandidierenden politisieren volksnah und sind motiviert, sich für das Wohl der Gemeinde und der Bevölkerung einzusetzen», zeigt sich Rüfenacht überzeugt. Er ergänzt: «Wir möchten Rüegsau noch stärker als Bildungszentrum positionieren und eng mit den Nachbargemeinden zusammenarbeiten. Dabei gilt es natürlich, die Finanzen im Lot zu halten. Rüegsau soll als Wohn- und Arbeitsort attraktiv bleiben. Wir wollen die Wirtschaft ankurbeln und die Erschliessung der Gewerbezone Wintersei vorantreiben.»

Die Ziele der «Mitte»
«Die Mitte» Sektion Brandis strebt mit der Kandidatur des bisherigen Gemeinderats Christof Steiner (Vizegemeindepräsident) sowie drei weiteren Kandidierenden die Verteidigung ihrer beiden Sitze an. «Wir treten mit einem motivierten Team zu den Wahlen an, das viel Erfahrung in der kommunalen Politik mitbringt», betont Sektionspräsident Mathias Leibundgut, der ebenfalls kandidiert. «Wir setzen die Politik, die wir bereits als BDP verfolgten, auch unter dem neuen Parteinamen konsequent fort und stehen für dieselben Werte ein wie bisher. Die Mitte vertritt eine bürgerliche Politik und übernimmt zugleich soziale Verantwortung. Konkret will sich unsere Partei für einen ausgeglichenen Finanzhaushalt und ein qualitativ hochstehendes Bildungsangebot mit den dazugehörenden Infrastrukturen einsetzen, den Zusammenhalt in der Gemeinde fördern, sich für die Zufahrt Emmental und den Strassenausbau engagieren, eine aktive Kulturpolitik betreiben sowie das Augenmerk auf die Realisierung der Gewerbezone Wintersei richten.


Die Ziele der EDU
Die EDU muss bei den Gemeinderatswahlen auf den Bisherigen-Bonus verzichten. Parteipräsidentin Sonja Steinmann tritt nach acht Jahren in der Exekutive nicht mehr zur Wiederwahl an. «Es ist Zeit, für Jüngere Platz zu machen», begründet sie ihren Entscheid. Sonja Steinmann zeigt sich allerdings zuversichtlich, dass die EDU ihren Sitz erfolgreich verteidigen kann: «Wir treten mit vier engagierten Kandidatinnen und Kandidaten an, die allesamt motiviert sind, konstruktiv an der Entwicklung unserer Gemeinde mitzuarbeiten.» Zu den konkreten Zielen der Partei gehören die Renovation der Schulanlagen, eine nachhaltige Lösung für die Überbauung Unterwintersei sowie das Vorantreiben des Hochwasserschutzes. Die EDU vertritt christliche Werte und legt einen Schwerpunkt auf die Familienpolitik.

Die Ziele der EVP
Die zweite Partei mit einem religiösen Hintergrund ist die EVP. Sie nahm zuletzt vor acht Jahren an den Gemeinderatswahlen teil. EDU und EVP sind gemeinsam eine Listenverbindung eingegangen. «Es freut uns, dass wir für unsere Liste fünf junge Persönlichkeiten gefunden haben, die gewillt sind, Rüegsau vorwärtszubringen. Dank der eingegangenen Listenverbindung rechnen wir uns Chancen aus auf einen Sitzgewinn», hält Andreas Baumgartner, Präsident der EVP Brandis, fest. «Als EVP Brandis ist es uns wichtig, auch in Rüegsau präsent zu sein und uns bei den Gemeindewahlen zu engagieren.» Die Bildungs-, Familien- und Finanzpolitik liegt der EVP besonders am Herzen. «Wir stehen für eine faire Politik ein und bauen Brücken zwischen links und rechts», bekräftigt Andreas Baumgartner.

Die Ziele der FDP
Die FDP verzichtete vor vier Jahren auf die Teilnahme an den Gemeinderatswahlen, meldet sich aber nun wieder mit zwei Kandidatinnen und einem Kandidaten zurück. «Wir glauben an einen Sitzgewinn», zeigt sich Ortsvertreter Andreas Wittwer zuversichtlich. Die FDP will sich für die Entwicklung der Schulen, das Projekt «Emmentalwärts», solide Finanzen und für die Attraktivität des Wohnorts Rüegsau einsetzen. «Wir sind einer liberalen und pragmatischen Politik verpflichtet und engagieren uns für gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um das lokale Gewerbe zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Wir betreiben eine konstruktive Sachpolitik zum Wohle der Gemeinde», erläutert Wittwer.

Die Ziele der SP
Die SP tritt mit Marisa Fleisch zu den Gemeinderatswahlen an. «Unsere Kandidatin möchte einen Schwerpunkt in der Umwelt- und Jugendpolitik setzen – in Themenbereichen also, die vom bürgerlichen Gemeinderat bisher ignoriert wurden», erläutert Anna Käser, Präsidentin der SP Mittleres Emmental. «Die Bevölkerungszusammensetzung in der Gemeinde Rüegsau hat sich in den letzten Jahren zu unseren Gunsten verändert. Viele der Neuzuzügerinnen und -zuzüger teilen die soziale Wertebasis der SP. Ich bin deshalb optimis­tisch, dass in der kommenden Legislaturperiode eine Sozialdemokratin in der Exekutive Einsitz nimmt.» Die SP will die Bildungspolitik forcieren und die Verkehrsproblematik auf kommunaler Ebene anpacken.

Markus Hofer


Proporzwahlen – sechs Mitglieder des Gemeinderats:
Liste 1, Die Mitte Brandis: Christof Steiner (bisher); Marina Mayr (neu/parteilos); Mathias Leibundgut (neu); Roland Aegerter (neu/parteilos).
Liste 2, EVP: Jonas Nathanael Glauser (neu); Stefanie Burkhalter-Sommerhalder (neu); Nadja Wegmüller-Lüem (neu); David Bläuer (neu), Beat Krähenbühl (neu).
Liste 3, SVP: Christoph Mosimann (bisher); Beat Reinhard (bisher); Denise Flückiger (neu); Yvonne Röthlisberger (neu); Jonas Eberhart (neu); Björn Liechti (neu/parteilos).
Liste 4, FDP. Die Liberalen: Benjamin Schäfer (neu/parteilos); Regina Flückiger (neu); Bettina Eberhart (neu/parteilos).
Liste 5, EDU: Rudolf Oppliger-Schneider (neu); Karin Kaderli (neu); Matthias Kehrli (neu); Esther Fasnacht-Berger (neu).
Liste 6, SP: Marisa Fleisch (neu).


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