Die Rüegsauer feiern die Einweihung des neuen Schulgebäudes
01.11.2022 Aktuell, Rüegsauschachen, Politik, Rüegsau, Bildung, Jugend, GesellschaftDer Ausspruch «Sonniges Wetter für strahlende Gesichter» traf am vergangenen Samstag vollends zu: An der Einweihungsfeier des neuen Schulgebäudes herrschte strahlendes Herbstwetter. Wie geplant, hatten bereits vor zwei Wochen zum Quartalsbeginn die Räumlichkeiten im Schulhaus-Neubau bezogen werden können. Die offizielle Eröffnung mit Schlüsselübergabe an die Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler hatte in Anwesenheit von Gemeindevertretungen aus den Nachbargemeinden bereits am Freitag stattgefunden. Der Samstag sollte nun ausschliesslich für die Bevölkerung sein.
Musikalisch eröffnet wurde die Feier durch die Musikformationen der Musikschulen Sumiswald und Burgdorf. Gemeinderat Daniel Fankhauser, Ressort Bildung, freute sich, im Namen des Gemeinderates Rüegsau die anwesenden Gäste zur Besichtigung und zum Fest zu begrüssen und willkommen zu heissen. Nicht unbekannt sei, dass dem Bau eine längere Geschichte vorausgehe. David Fankhauser zeigte sich überzeugt, dass die neuen Räumlichkeiten zweckmässig und zeitgemäss sind und den heutigen Anforderungen entsprechen.
Auch Andreas Hängärtner, Gemeindepräsidenten von Rüegsau, richtete Worte an die Bevölkerung: «Wenn ich das Resultat der Kraft und der Bemühungen aller Beteiligten vor mir sehe, dann muss ich sagen, dass es sich gelohnt hat. Die lange Planung und die Zeit der Umsetzung waren geprägt von Fort- wie auch Rückschritten. Es ist ein gutes Zeichen, dass Bildung bei uns einen grossen Stellenwert einnimmt, und der Bau setzt ein wichtiges Zeichen in der Bildungslandschaft über die Gemeindegrenzen hinaus. Schulraum soll nicht nur ein Ort des Lernens sein, er soll auch Erlebnisraum sein für die Entwicklung der kommenden Generation. Nicht selten entstehen Freundschaften, die ein Leben lang bestehen bleiben.»
In einem kurzen Rückblick streifte der Redner die langjährige Planungs- und Bauzeit, in der nicht alle immer gleicher Meinung gewesen seien. Auch wenn es um die Tragbarkeit der anfallenden Kosten gegangen sei, sei doch immer das Wohl der Kinder im Vordergrund gestanden. Der vermehrt fehlende Schulraum, bedingt durch die stark zunehmenden Schülerzahlen, und der Zustand der sehr alten Infrastruktur hätten keinen Zweifel und Spielraum mehr zugelassen, dass etwas geschehen musste. Sicher sei es eine Enttäuschung gewesen, als 2018 das erste, durch den Gemeinderat vorgelegte Sanierungs- und Erweiterungsprojekt abgelehnt wurde. Ein Jahr später bewilligten die Stimmberechtigten der Gemeinde Rüegsau das überarbeitete Projekt für rund 14 Millionen Franken. Umso grösser sei nun die Freude, so Andreas Hängärtner, dass es gelungen sei, die Verbindung von Tradition und Moderne so zu gestalten, dass die Bauweise des Neubaus sehr gut ins Ortsbild von Rüegsauschachen passe. Der dreigeschossige Anbau mit integrierter Turnhalle, acht Klassenzimmern, vier Spezialzimmern, vier Gruppenräumen und rund 30 Lehrpersonen-Arbeitsplätzen, einem Schulleitungsbüro sowie weiteren Nebenräumen ist hindernisfrei und so ausgestattet, dass es den Lehrerinnen und Lehrern möglich sein wird, die aktuellen anspruchsvollen Lehrpläne umsetzen zu können. Dank einer Photovoltaikanlage ist der Neubau ein Plus-Energiegebäude und ausschliesslich aus einheimischem Holz gebaut. Andreas Hängärtner richtete folgende Bitte an die Schülerinnen und Schüler, die in diesem neuen Gebäude nun ein- und ausgehen werden: «Tragt Sorge dazu, dass auch die Kinder in den folgenden Jahren das Schulhaus in gutem Zustand nutzen können und Freude am Lernen haben.» Sein Dank ging an alle, die in irgendeiner Form zum guten Gelingen dieses Projektes beigetragen haben. Auch dankte er dem Organisationskomitee dieses Festtages unter der Leitung der Gemeinderätin Sonja Steinmann und allen, die mithalfen, dass der 29. Oktober 2022 als Festtag in die Geschichte von Rüegsau eingehen wird.
Den Musizierenden der Musikschulen fiel die Ehre zu, gemeinsam mit den Erwachsenen das rote Band zur Eröffnung zu durchschneiden. Besichtigen durften die Anwesenden das Gebäude unter kundiger Leitung. Ortsansässige Organisationen sorgten Verpflegung, Märitstände und Spielbetrieb für die Kinder. Die warmen Temperaturen erlaubten es den Gästen, sich im Freien zu treffen, sich zu unterhalten und die musikalischen Darbietungen der Musikgesellschaft Hasle-Rüegsau, des Posaunenchors Rüegsbach, des Jodlerklubs Hasle-Rüegsau und des Rüegsbach-Chörlis zu geniessen und so den Tag ausklingen zu lassen.
Rosmarie Stalder