Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Tobias Zehnder
03.02.2022 Aktuell, Krauchthal, Kultur, GesellschaftUnkonventionell, volksnah und immer mit einem offenen Ohr für die Belange seiner Gemeindebürger aller Altersgruppen fand Tobias Zehnder mit seiner Gattin Jasmin schnell Zugang zu den Herzen in seiner Kirchgemeinde. Er liess die Kirche nicht nur im Dorf, er brachte sie zu den Menschen, predigte «entstaubt und frisch» (Zitat), hat zum Nachdenken angeregt und «einfach gut getan».
Tobias Zehnder habe nicht nur vom «Getragen sein» gepredigt, sondern in Laborgottesdiensten, in der Achtsamkeit gegenüber seinen Mitmenschen und in kreativer Flexibilität während der Pandemie das Gefühl von zuverlässigem Miteinander spüren lassen, sinniert eine ältere Dame. Sie schwärmt heute noch vom Osternestli, mit dem sie – auf Initiative des Pfarrerehepaares – während des ersten Lockdowns beschenkt worden war.
Themen
Macht und Kraft der Vergebung war das Thema der letzten Predigt von Tobias Zehnder. Einführend las Susanne Hess die Geschichte von der «Heilung des Gelähmten». Sinnbildlich stand sie für Gottes Grösse und Menschlichkeit, die in der Vergebung liegt. Aus dem Leben gegriffen schien danach Tobias Zehnders Geschichte von Salim, als Beispiel für Reue und Suche nach Schuldigen und Vergebung. Den Schluss liess er offen, wies aber darauf hin, dass eine verletzte Seele nicht glücklich werden kann. «Man kann Fehler nicht einfach auslöschen, aber man kann sie vergeben», war seine Botschaft.
«Gute Nacht, Freunde»
Die musikalische Mitgestaltung der Abschiedsfeier durch Alex Metzger brachte Pfarrer Tobias Zehnders Gefühle zum Ausdruck. «Gute Nacht, Freunde» von Reinhard Mey beinhaltete alles: «Dank für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas, das ich trank, für den Teller, den ihr mir zu den euren stellt, Dank für die Geduld, wenn’s mehr als eine Meinung gab, für die stets offenen Türen …»
Und in der kurzen Laudatio durch die Kirchgemeinderatspräsidentin Andrea Schwander standen die guten Wünsche für das Pfarrehepaar zum neuen Wegabschnitt im Zentrum sowie die Hoffnung, dass die facettenreiche Kirchengeschichte der «Pfarrerslüt» bald eine Fortsetzung findet.
Sylvia Mosimann