«Mir hei e Verein»
16.11.2016 Aktuell, Krauchthal, Vereine, Kultur, Hettiswil, GesellschaftDas Menschliche auf der Bühne und mit einem Augenzwinkern
Wie fruchtbar (oder furchtbar) das Vereinsleben sein kann, demonstrierten die Mitglieder als klangvolles Kollektiv. Die Basis des Vereinslebens der Trachtenruppe ist seit vielen Jahrzehnten die Liebe zu traditionellen Volksliedern, zu Brauchtum und Trachtenkleid. Dass dort aber, bei aller Musikalität, auch mal «falsche» Töne angeschlagen werden, gibt dem kollegialen Zusammenleben die Würze.
Mit viel Wortwitz inszenierten die etwa 50 «Trachtelüt» das Miteinander und zelebrierten die Essenz ihres Vereins, und dies etwas überrissen, skurril, herzlich, nicht ganz der Wahrheit entsprechend, aber «seeehr nahe dran». Die Herkunft des Stoffs ist klar: Unterschiedlichste Charaktere prägen jeweils die Vereinsversammlungen, in denen die Präsidentin versucht, jedem «Gezicke» gerecht zu werden. Provokant und mit viel Humor dargeboten perlten die Dialoge, trafen die Pointen, mischten sich Tradition und heillose Modernität. Eben: Vereinsbanalitäten mit höchstem Unterhaltungswert, gespickt mit Fragmenten lebendiger Wirklichkeit.
Schöne Lieder zum Mitsummen sowie Texte als Ausdruck verschiedenster Gefühle gefielen dem Publikum. Der Zusammenschnitt bekannter Melodien und Texte löste einen Beifallssturm aus, der sowohl Singleiterin Tabea Plattner als auch den Sängerinnen und Sängern Anerkennung zollte. Grossen Applaus ernteten die Trachtentänze, die das Schwyzerörgeliquartett «Campagna» rassig und traditionsgetreu begleitete.
Liebe zum Detail
Christof Bühler (Regie), Tabea Plattner (Singleitung), Margret Maeder und Doris Haas (Tanzleitung) sowie die Texter Michael Nejedly und Christof Bühler durften sich im Schlussapplaus feiern lassen. «Theater wäre nicht Theater, wenn alles wahr wäre», definierte Präsidentin Anna Sahli den fröhlichen Abend, mit einem Augenzwinkern dem stieren Ernst begegnend.
Sylvia Mosimann