Kindermusical «Tuishi Pamoia»: wie Freundschaften entstehen können
04.12.2015 Aktuell, Lyssach, Region, Bildung / SchuleSeit dem Sommer hatten die Erst- bis Viertklässler/innen der Schule Lyssach zusammen mit ihren Klassenlehrerinnen fleissig Lieder gelernt, nach den Herbstferien hatten sie während der Projektwoche Masken angefertigt, Kostüme gemacht, am Bühnenbild gearbeitet, Texte auswendig gelernt und Szene für Szene geprobt, später alles zusammengestellt.
Letzte Woche war es nun endlich so weit: Die Hauptprobe mit Lyssacher Klassen und die beiden öffentlichen Vorführungen des gemeinsamen Musical-Projekts «Tuishi Pamoia» fanden vor grossem Publikum statt, am Mittwoch waren sogar über 200 Zuschauer/innen anwesend.
Und so spielten und sangen die knapp 40 Kinder die Geschichte von Zebras, die getupfte Muster total unelegant finden, und von Giraffen, denen von Streifen schlicht und einfach übel wird. Und sie erzählten, wie die beiden Tierarten durch die Vermittlung von unscheinbaren Erdmännchen, die beide Tierarten etwas komisch finden, plötzlich merken, dass die anderen doch gar nicht so blöd sind, sondern sogar Freunde werden könnten…
Kinder durften mitbestimmen
«Wir wollten schon lange einmal gemeinsam ein solches Projekt durchführen», berichtete Irene Studer, die für die Gesamtleitung des Musicals verantwortlich war. «Als wir dieses Stück an einem anderen Ort sahen, wussten wir, das ist genau das, was wir machen wollen – auch wenn ich sonst lieber eigene Stücke entwickle und zur Aufführung bringe.» Bei der Rollenverteilung hätten die Kinder mitbestimmen können: «Jede und jeder durfte sagen, welches Tier er oder sie darstellen, ob er oder sie eine kleine oder grosse Rolle spielen und im Chor oder als Solist auftreten wollte.» So hätten alle Kinder genau das bekommen, was sie wollten: «Dass dieses Musical einem in der Rollenverteilung so viele Freiheiten lässt, ist eine grosse Stärke dieses Stücks.»
Bei der Sprache – der Text sei in Schriftsprache gehalten – habe sie sich zuerst überlegt, ob sie das Ganze ins Berndeutsche übertragen solle, erzählte die theaterbegeisterte Lyssacherin: «Wir haben den Text aber schliesslich in der Originalsprache gelassen, weil wir fanden, dass das Spielen auf Hochdeutsch gleich eine gute Übung sei, und ich muss sagen, die Schüler/innen haben diese sprachliche Hürde bestens gemeistert.»
Gemeinschaftsprojekt mit vielen helfenden Händen
Neben den vier Klassenlehrerinnen Irene Studer, Simone Badertscher, Jeannette Bürki und Linda Staub machten auch die Werklehrerinnen und der Abwart am Projekt mit. «Besonders bei den Gipsmasken, die die Kinder während der Projektwoche selber angefertigt haben, waren wir sehr dankbar für die absolut tolle Mithilfe unseres Schulhaus-Teams, aber auch bei den Kostümen, dem Bühnenbild und der ganzen Beleuchtung und Technik.» Und dem Resultat sah man an, dass im Hintergrund wirklich Fachkräfte aus den verschiedensten Richtungen am Werk gewesen waren – von den unverkennbar von Kindern gemachten, gerade deswegen sehr wirkungsvollen Kostümen und Masken über das wunderbare, ebenfalls von Kinderhand bearbeitete, Bühnenbild bis hin zur Technik stimmte einfach alles. Da kann man effektiv nur sagen: Chapeau!
Andrea Flückiger