Die Erlebnisse des «kleinen Gespensts» begeisterten Jung und Alt
01.04.2015 Aktuell, Lyssach, Kultur, Jugend, Gesellschaft, Bildung / SchuleIn Lyssach waren die Geister los! Genauer gesagt geisterte in der Mezwan ein kleines Gespenst umher und sorgte für allerlei Aufregung. Anlehnend an Otfried Preusslers Geschichte «Das kleine Gespenst» hatten die Erst- und Zweitklässler zusammen mit ihren Lehrerinnen Irene Studer und Simone Badertscher ein berührend-mitreissendes Theater einstudiert. Zusammen mit dem Kinderorchester begeisterten die Bühnenkünstler das Publikum restlos.
Eigentlich war das kleine, weisse Gespenst auf der 325-jährigen Burg Eulenstein ja zufrieden mit seinem Leben. Kistenknarrend und -knallend erschien es um Mitternacht und geisterte voller Elan durchs Schloss. Dort pflegte es die Freundschaft mit den Ahnen in den Porträt-Bildern, verjagte die Schmuck stehlenden Elstern und freute sich jeweils auf die Plauderstunde mit seinem plüschig-gefiederten Freund Herr Uhu-Schuhu. Wenn da im Gespensterkopf nur nicht die Sehnsucht «herumgegeistert» wäre, einmal statt zu nächtlicher Stunde am Tag herumspuken zu können. Erst als die Burgturmuhr – die Lebensader des kleinen Gespenstes – defekt war, wurde die Nacht zum Tag und damit der Traum des quirligen Geistes Wirklichkeit. Das kleine Gespenst erwachte zur Mittagsstunde und sorgte für gehörigen Wirbel im Städtchen. Von der Sonne dunkel gefärbt, fand es aber nicht etwa Freunde zum Spielen, sondern wurde zum «schwarzen Schrecken» für die Dorfbewohner. Ungewollt erschreckte es die Frauen auf dem Markt, den Bürgermeister im Büro und den Verkehrspolizisten auf der Kreuzung, spielte der Feuerwehr einen Streich beim Retten und liess den Festumzug zu Ehren des Burgjubiläums platzen.
So wurde für das kleine Gespenst das Spuken am helllichten Tag zum Albtraum. «D Lüt tüe immer so närvös, wenn si mi gseh, und si hei Angscht vor mir», meinte es traurig, als es auf drei unerschrockene Geschwister traf, die keine Angst vor ihm, dafür aber Mitleid mit ihm hatten. Mit der Bitte an den Uhrmacher, die Turmuhr nochmals zu reparieren, verhalfen die Kinder der schwarzen Jammergestalt wieder zurück ins nächtliche Dasein – und damit nicht zuletzt ins weisse Gewand.
«I bi ds chlyne Gschpängschtli…», sangen dann vor dem tosenden Schlussapplaus alle Bühnenakteure gemeinsam. «…i hüschtere und geischtere im ganze Dorf umenand…» Damit setzten sie den krönenden Schlusspunkt hinter eine rundum begeisternde Theaterstunde.
sim