Jodelgesang in der Kirche
28.01.2014 Aktuell, Krauchthal, Region, Kultur, Hettiswil, GesellschaftWer sich gewohnt war, Jodelgesang in grossen Sälen von Restaurants oder Mehrzweckanlagen zu geniessen, musste sich bei den diesjährigen Konzerten des Jodlerklubs Hettiswil umstellen. Geladen hatte der 24-köpfige Chor vergangenen Samstagabend und Sonntagnachmittag in die Kirche nach Krauchthal. In Gotteshäusern zu konzertieren, ist nicht nur für Sänger und Musikanten ein Hochgenuss, auch die Zuhörer empfinden den Wohlklang als bereichernd. So auch in Krauchthal: Die vorgetragenen Lieder des Jodlerklubs waren ein Ohrenschmaus. Die glockenreine, kräftige Stimme der kleinen, zierlichen, einzigen Jodlerin des Klubs, Erika Liechti, hätte nicht besser zum Tragen kommen können.
Glücksgriffe
Dass die bei einer Bank als Kundenberaterin tätige Liechti ein «Glücksgriff» für den Jodlerklub ist, zeigte sich bald. Ein Griff zum Telefonhörer von Dirigent Thomas Barbey vor acht Jahren habe sie nach Hettiswil geführt, liess die sympathische Bankerin wissen. Keinen einzigen Jodler habe sie vorgängig im Klub gekannt, als sie der Anfrage von Barbey zugestimmt habe. Inzwischen ist Liechti zur zentralen Figur im Klub geworden. Sie führte am Wochenende durchs Programm, meisterte ihre gesanglichen Einlagen souverän und glänzte auch im Duett mit Thomas Barbey in den Stücken «Näschtwermi» von Peter Künzi, «I gloube» von Miriam Schafroth und in der Zugabe «Mys liebe Müeti». Glücksgriffe gelangen dem Jodlerklub Hettiswil ebenfalls mit den Engagements des Jodlerquartetts Alperösli Heimenschwand und des Trios Aaregruess, welche am Samstag das Konzert gesanglich respektive instrumental bereicherten.
Glücksmomente
«Z’Alp», geschrieben von Robert Fellmann, bescherte dem Jodlerklub Hettiswil am ausserkantonalen Jodlerfest in Wattwil 2013 die Höchstnote eins. Als Eingangslied am diesjährigen Konzert von 23 warmen, wohlklingenden Männerstimmen und einer einmalig schönen Frauenstimme vorgetragen, begann manches Herz höherzuschlagen. Zwei, die am Samstagabend ebenfalls Glücksmomente – und Schweissausbrüche – erlebten, waren die fünfzehnjährige Isabel Güdel, die den Jodlerklub in zwei Stücken gesanglich begleitete, und Urs Wüthrich, der mit dem Alphorn die Kirche beschallte.
Barbara Schwarzwald