Matte und glänzende Silberring-Unikate funkelten um die Wette
18.07.2013 Aktuell, Bildung, Vereine, Burgdorf, KulturWenn feine Staubwolken aus dem Werkraum des Pestalozzischulhauses in Burgdorf dringen und dazu verschiedene Feilen ein schrill-schräg quietschendes Konzert geben, dann zeugt das davon, dass hier fleissig gearbeitet wird. So auch im Pestalozzischulhaus in Burgdorf. Doch halt, an einem Samstag in den Ferien?
Für einmal waren es jedoch nicht Schüler, die eifrig und konzentriert am Werk waren. Am vergangenen Samstag war der Pestalozzi-Werkraum nämlich fest in der Hand von neun Kursteilnehmern, welche den Landfrauen-Kurs «Silberringe giessen» besuchten. Möglich machten dies einerseits der Landfrauenverein Burgdorf, Kirchberg und Umgebung, der diesen Kurs – als einer von vielen verschiedenen – angeboten hatte, und andererseits Kursleiterin Maya Friedli. Die versierte Werklehrerin führte die motivierten Kursteilnehmer/innen in die (für die meisten) fremde Materie Silber und dessen Bearbeitung ein.
Hantieren mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien
Die Herstellung eines eigenen Ring-Rohlings aus Wachs, das behutsame Hineindrücken des Rohlings in die weiche Innenseite eines Tintenfisch-Knochens (Sepia) und das vorsichtige Eingiessen des flüssigen Silbers in die Sepia-Gussform waren bisweilen knifflige Angelegenheiten. Aber gerade dieser «Sepia-Guss» liess denn auch jedes Schmuckstück zu einem ganz speziellen Unikat werden. Kursleiterin Maya stand allen mit Rat und Tat zur Seite und legte, wo nötig, selber Hand an. Danach stand der Bearbeitung der Ring-Unikate nichts mehr im Wege. Mit viel Freude und Energie sowie grosser Kreativität wurde dann mit Feilen und Schleifpapier hantiert. Je nach angewandter Technik wurden die Schmuckstücke glänzend poliert oder behielten das matt schimmernde Sepia-Muster.
Monika feilte an ihrem Ring mit rechteckiger Oberfläche, während Christine einen Ehering und drei schmale Silberringli anfertigte. Lukas hob bei seinem dreieckigen Anhänger die speziellen Muster hervor, und Gabi vergrösserte ihren Ring noch etwas mehr. Marion arbeitete derweil ganz vertieft an einem Ring für ihren Ehemann.
Silvana (sie war bereits mehrmals bei Maya im Kurs) schmolz zwei ihrer bisherigen Ringe ein und schuf damit drei neue Schmuckstücke, dieweil Gabi und Brigitte ihr Sortiment um einen flachen Anhänger für den Hals erweiterten. Katrin befreite ihre beiden Ringe mit verschiedenen Schleifpapieren von noch hervorstehenden Kanten, während Simone an einem Herzanhänger herumschmirgelte.
Zwischen dem konzentrierten Schaffen hatte aber auch der ungezwungene Gedankenaustausch miteinander oder die gegenseitige Bewunderung der vielfältigen fragilen Silberkreationen genügend Platz. So glänzten bei der «Vernissage» nicht nur die Schmuckstücke, sondern auch die Augen der begeisterten Kursteilnehmer/innen um die Wette. … Landfrauenkurse machen eben vieles möglich…
sim